Street Art

Immer / z. B. unter den Campusbrücken

Man eilt an ihr vorbei, ohne sie wirklich wahrzunehmen: Street Art. Viele verstehen unter dieser Kunst im öffentlichen Raum vor allem Graffiti, doch gehören dazu auch Tags, das Schablonen-Sprühen oder Writings. Bei der Street Art muss aber grundsätzlich gar keine Spraydose benutzt werden: Der Begriff umfasst bspw. ebenfalls die Bemalung von Gehwegen mit Kreide, das Aufkleben von Googly-Eyes auf Gegenstände oder das Bekleben von Straßenlaternen mit Stickern.

Auf dem Kieler Campus finden sich zahlreiche solcher Interventionen. Eine ideale Ausdrucksfläche bieten die Wände der Brücken an der Olshausenstraße, weil sie nachts ein unbehelligtes Arbeiten ermöglichen und tagsüber von vielen passiert – und selten von offizieller Seite übermalt werden. Denn immer noch ist z. B. das Sprühen auf nicht dafür freigebenden Flächen illegal und gilt als ‚Schmiererei‘. Vor allem aber ist es eine aktive Gestaltung der Umgebung, die die Frage aufwirft, wem der öffentliche Raum überhaupt gehört und was als dessen ‚Inhalt‘ akzeptiert wird. Street Art bietet einen subversiven Gegenentwurf zu stadträumlichen Reklamen und spricht häufig politische oder soziale Themen an.

Auch wenn diese Kunst temporär ist und von vielen nicht geschätzt wird, ist es eine der wichtigsten Ausdrucksformen der Jugendkultur.

Autorin
Hadja Rastagar

 

Literatur

Stahl, Johannes: Street Art, Potsdam 2012.

Wacławek, Anna: Graffiti and Street Art, London 2011.

Bildnachweis
Jürgen Haacks / Uni Kiel