Zwei Linien aufwärts, exzentrisch

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Datierung 1977 | Leibnizstraße 9


Man könnte meinen, dieses Kunstwerk schon einmal gesehen zu haben, und doch kommt es einem ganz neu vor. Fast unsichtbar verschmilzt es mit den Bäumen im Hintergrund. Die Zwei Linien aufwärts, exzentrisch wurden 1977 vom amerikanische Bildhauer George Rickey (1907-2002) aus Edelstahl angefertigt und zieren den Platz zwischen neuer Universitätsbibliothek und dem Institut für Physik.

Zwei große, dreikantige Nadeln stehen auf einem Gestell aus drei vierkantigen Stäben. Die Nadeln besitzen durch ihre spezielle Anbringung an Scharnieren die Fähigkeit, ihre Richtung im Wind zu wechseln. Das Werk ist also dauerhaft in Bewegung, ohne sich dabei selbst zu berühren. Es verändert ständig sein räumliches Verhältnis zur Umgebung. Mal zeigen die beiden Stangen flach in dieselbe Richtung und ein anderes Mal könnten sie sich nicht mehr voneinander unterscheiden. Objekte, die sich wie von selbst umgestalten, gehören zur kinetischen Kunst. Der Begriff ,Kinetik‘ stammt eigentlich aus der Physik und beschreibt die Bewegung von Energie. Es ist also kein Zufall, dass dieses Werk den Platz vor dem Physikzentrum ziert. Auch die Lichteinstrahlung spielt eine wichtige Rolle: Je nachdem wie die Sonne auf den Edelstahl fällt, wirkt die Plastik immer anders. Die Arbeit strahlt also ständige Lebendigkeit aus und besitz unendliche viele Facetten.


Text
Rebecca Rohner


Literatur

Rickey, George: Skulpturen, Material, Technik. e. Ausstellung d. Amerika-Haus, Berlin 1979.

Rickey, George: Kinetische Objekte, Stuttgart 1970.

Bildnachweis
Rebecca Rohner