Halb Acht im Kreis

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Datierung 1977 | Physikzentrum Leibnizstraße 11


Halb Acht im Kreis ist ein Kunstobjekt, das Viele im Verlauf ihres Studiums nicht zu Gesicht bekommen werden. Von knapp 25.000 Studierenden, ist es nur das Publikum des Physikzentrums, das der Arbeit von Hans-Martin Ihme in dessen Foyer begegnet. Ihme, der selbst als Physiker an der CAU arbeitete, vereint in dieser Installation Kunst und Technik. Seit 1970 plante, errechnete und konstruierte er seine Lichtmaschinen.

Innerhalb einer Kreiskontur befinden sich viele nach innen kleiner werdende halbe Achten, jede von ihnen enthält zwei Glühbirnen, die nach einem programmierten Algorithmus nacheinander aufleuchten. Dabei erzeugen sie keine erkennbaren Motive, sondern bleiben ungegenständlich. Ihm war wichtig, dass die ‚Bilder‘ einen Rhythmus und strukturelle Ordnung besitzen. Die Muster plante Ihme an seinem Computer. Weiterhin setzte er z.B. Unterspannung und Vorwiderstände ein, um eine längere Lebensdauer der Glühbirnen zu erzeugen.
Die Arbeit verändert sich beständig und gehört zur Kinetischen Kunst. Die Variationen, werden hierbei als ästhetischer Bestandteil des Werkes verstanden. Es war Ihmes Absicht, dass sich die Betrachtenden mit der Logik des Objektes auseinandersetzen. Nicht nur die künstlerische Ansicht sollte im Vordergrund stehen, sondern ebenso die technische Relevanz, welche ihm innewohnt.

Text
Kimberly Knipfer

 

Literatur

Kat. Hans-Martin Ihme. Rauminstallation, Spiegelraum u.a. Lichtmaschinen, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen am Rhein, Heidelberg 1986, S.1-6.

Kat. Lichtmaschinen von Hans-Martin Ihme im electrum, electric Art´89, Museum der Elektri-zität in zus. Galerie Meißner, Hamburg 1989, S.1-5.

Petersen, Jan: Hans-Martin Ihme: Halb Acht im Kreis, 10. September 2015, URL: https://www.sh-kunst.de/hans-martin-ihme-lichtkinetik/ [10.05.2018].


Bildnachweis
Kimberly Knipfer