Fakultätsgebäude

Bauzeit 1970-72 / Leibnizstraße 4-8

Wie Glieder auf einer Kette ruhen die einzelnen Gebäude der Fakultätsblöcke hintereinander. Über Verbindungselemente wie Flure und Laubengänge treten die Abschnitte in einen Dialog. Damit spiegelt die Anlage in der Leibnizstraße das akademische Ideal der späten 1960er Jahre wieder: Die Geschlossenheit einzelner Institutionen bei gleichzeitigem regem interdisziplinären Austausch. Doch die funktionale Anordnung des Komplexes sollte noch mehr leisten, als moderne Lehre effizient zu gestalten. Ein Anliegen des damaligen Mammutprojekts war es, die regelrecht explodierenden Studierendenzahlen aufzufangen. Die Planer hatten die Möglichkeit dem Campus ein neues Gesicht zu geben. Dabei orientierten sie sich an Städten wie Bochum oder Heidelberg und entschieden sich für das Modell einer sog. ‚Banduniversität‘, die sich durch ein kettenartiges Arrangement auszeichnet. Das entstandene Wegesystem formt einen verkehrsberuhigten Innenraum und damit eine perfekte Lernzone, wobei ‚die Kette‘ und somit der Campus bei Bedarf unkompliziert erweitert werden kann. Ziel war es, eine Universitätsstadt innerhalb der Stadt zu erschaffen, in der die Studierenden alles für Studium, Austausch und Erholung vorfinden sollten.

Autorin
Lisei Ziesmer

 

Literatur

Beuckers, Klaus Gereon: Gebaute Bildungspolitik. Die architektonische Entwicklung der CAU, in: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: 350 Jahre Wirken in Stadt, Land und Welt, hg. v. Oliver Auge, Kiel 2015, S. 175-215.

Bildnachweis
Jürgen Haacks / Uni Kiel