Italien im Norden


haseloff

Von Karen David-Sirocko, Henrik Karge und Christiane Möller
  

Eine der wissenschaftlich bedeutendsten Persönlichkeiten auf dem Lehrstuhl des Kunsthistorischen Instituts war Arthur Haseloff. Mit ihm begann die Ära der Italien-Forschungen am Kieler Institut; zugleich aber lenkte er das Augenmerk auch auf die norddeutsche Kunst.

Arthur Haseloff wurde am 28. November 1872 in Berlin geboren (1). Er promovierte am 9. Mai 1896 bei Adolph Goldschmidt in München über den »Bildschmuck der Psalterien des Landgrafen Hermann von Thüringen«. Im Anschluß an Auslandsreisen in den folgenden Jahren (1896–1900) erhielt er vom 1. November 1900 bis 30. September 1905 eine Anstellung als Volontär am Berliner Kaiser-Friedrich-Museum.

Mit einer Studie zum Thema »Der Psalter des Erzbischofs Egbert von Trier. Codex Gertrudianus in Cividale« habilitierte er sich am 24. Juli 1901 in Berlin. Somit konnte er künftig als Privatdozent Vorlesungen an der Berliner Universität halten. Nach einer Tätigkeit als Sekretär der neugegründeten kunstgeschichtlichen Abteilung des Preußischen Historischen Instituts in Rom in den Jahren von 1905–1915 sowie einer Kriegsvertretung in Halle/Saale 1915–1917 wirkte er wiederum als Dozent an der Berliner Universität (1917–1920).

Am 3. Juni 1920 wurde Haseloff als ordentlicher Professor der Kunstgeschichte nach Kiel berufen – als Leiter des »Kunsthistorischen Seminars« übernahm er damit zugleich die Stellung des Direktors der hiesigen Kunsthalle (2). Außerdem übertrug man ihm den Vorsitz im Schleswig-Holsteinischen Kunstverein (1920–39). In den Jahren 1927/28 amtierte er zudem als Rektor der Universität Kiel. 1932 hielt er auf Einladung der Universität New York dort Vorlesungen. Während der Wintersemester 1932/33 und 1933/34 führte ihn die Aufgabe eines kommissarischen Direktors des Kunsthistorischen Instituts nach Florenz.

Aufgrund dieser auswärtigen Tätigkeit wurde Haseloff für den Zeitraum vom Sommersemester 1932 bis zum Wintersemester 1933/34 von seinen Kieler Lehrverpflichtungen entbunden. Als Vertretung für diese zweijährige Vakanz konnte einer der renommiertesten deutschen Kunsthistoriker dieser Zeit gewonnen werden: Kurt Gerstenberg (1886–1972).

Gerstenberg (3) war 1912 bei Heinrich Wölfflin in Berlin mit einer Studie über »Deutsche Sondergotik« promoviert worden. Diese Arbeit hat ihn mit einem Schlag berühmt gemacht, ihrem Verfasser jedoch aufgrund ihrer nationalistischen Grundauffassung einen bis heute zweifelhaften Ruf eingetragen. Ganz andere Akzente setzte Gerstenberg allerdings bereits mit seiner Habilitationsschrift über »Claude Lorrain und die Typen der idealen Landschaftsmalerei«. Der Habilitation im Jahr 1919 bei Wilhelm Waetzoldt in Halle folgte eine Tätigkeit als Privatdozent, bevor er 1937 ordentlicher Professor an der Universität Halle wurde (bis 1945). 1949 erfolgte ein Wechsel an die Würzburger Universität, 1954 ließ sich Gerstenberg in den Status des Emeritus versetzen (4).

Ab Sommersemester 1932 vertrat er Haseloff im Fach Kunstgeschichte an der Kieler Universität. Da in den Vorlesungsverzeichnissen die Vorlesungen und Übungen jedoch unter dem Namen Haseloffs erscheinen, läßt sich über die Lehrinhalte Gerstenbergs in Kiel keine Aussage treffen.

Ausgesprochen problematisch war Gerstenbergs Verhältnis zu Haseloff. Ende 1933 richtete er – angeblich im Namen der Studierenden – einen Beschwerdebrief an den Rektor, in dem die längerfristige Abwesenheit Haseloffs bemängelt wurde, zumal unter anderem zwei seiner eigenen Doktoranden im Sommer 1934 das Studium abschließen sollten (5):

»Schließlich droht aus dem fortgesetzten Wechsel in der Leitung des Kunsthistorischen Instituts überhaupt die Gefahr, daß auswärtige Studierende der Kunstgeschichte von einem Besuch an der Universität Kiel Abstand nehmen werden, da sie hier eine geregelte und gleichmäßige Förderung ihrer Studien nicht erwarten können.« (6)

Dies läßt implizit eine gewisse Feindseligkeit gegenüber Haseloff erschließen, den Gerstenberg auf diese Weise – in beachtlicher Schärfe – bei der Universitätsleitung als pflichtvergessen hinstellte. Die Beschwerde hatte aber keinerlei Konsequenzen. Da Haseloff regelmäßig Prüfungen abnahm, hat die Dauer seiner auswärtigen Aufenthalte offenbar dem Institutsbetrieb kaum geschadet.

1934 kehrte Haseloff endgültig nach Kiel zurück. Er hielt zunächst noch bis zum Wintersemester 1938/39 seine Lehrveranstaltungen ab und wurde dann durch Richard Sedlmaier abgelöst. Nach einer Unterbrechung vom Sommersemester 1939 bis zum Sommersemester 1945 setzte Haseloff als Emeritus seine Vorlesungen und Übungen bis einschließlich Wintersemester 1954/55 fort. Bis zu seinem Tod ist er als ordentlicher Professor im Vorlesungsverzeichnis eingetragen – zuletzt mit einer 1–stündigen sowie einer 2–stündigen kunstgeschichtlichen Übung Aufgrund seiner umfangreichen Verdienste widmete man Haseloff den gesamten Band »Nordelbingen« im Jahr 1952 (7). Er starb am 30. Januar 1955 in Kiel.

Ein wissenschaftliches Profil hatte Arthur Haseloff lange vor dem Antritt seiner Kieler Professur gewonnen. So ist das aus seiner Dissertation hervorgegangene Buch über »Eine thüringisch-sächsische Malerschule des 13. Jahrhunderts« von 1897 (8) bis heute Haseloffs berühmtestes Werk geblieben. Ausgehend von der Zusammenstellung einer Gruppe von Handschriften um den Psalter des Landgrafen Hermann von Thüringen legte Haseloff hier erstmals eine übergreifende Darstellung der deutschen Buchmalerei der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts vor – ein auch aus heutiger Sicht »grundlegendes, nie überbotenes Buch« (9). In diesem Erstlingswerk hat Haseloff erstmals das Verhältnis der mitteldeutschen Buchmalerei des frühen 13. Jahrhunderts zu den Vorbildern der byzantinischen Kunst in fundierter Weise dargelegt und aus dieser Sicht die Problematik des sogenannten »Zackenstils« aufgegriffen. Einen neuen Maßstab setzte Haseloffs Werk vor allem in der systematischen Aufarbeitung des Handschriftenbestandes mit eingehenden Erläuterungen des Text-Bild-Verhältnisses und der technischen Grundlagen sowie in der ikonographischen und stilkritischen Analyse der Miniaturen. Weniger von der historischen Einbindung als von der nahsichtigen Analyse der einzelnen Kunstwerke ausgehend, zeigt sich Haseloff methodisch stark durch das Vorbild seines Lehrers Adolph Goldschmidt beeinflußt.

In den Jahren um 1900 weitete Haseloff seine Studien zu Problemen der Buchmalerei in mehreren Buch- und Aufsatzpublikationen aus, unter denen die 1901 erschienene Berliner Habilitationsschrift über den Egbert-Psalter in Cividale hervorzuheben ist (10). Haseloffs Forschungen blieben dabei nicht auf den Bereich der deutschen Buchmalerei beschränkt, wie sich an den Monographien über den Psalter Ludwigs des Heiligen von Frankreich (11) und über den oströmischen Codex Rossanensis aus dem 6. Jahrhundert (12) ablesen läßt. Haseloff konnte die erste photographische Dokumentation dieser neuentdeckten Handschrift vorlegen – das Medium der Photographie blieb auch späterhin eine wesentliche Grundlage seiner Arbeit. Die Publikation des Codex Rossanensis bezeugt zudem Haseloffs Anteil an der Entdeckung und intensiven Aufarbeitung der byzantinischen Kunst, die in den Jahren um 1900 stattfand – Franz Wickhoffs grundlegende Schrift über die Wiener Genesis von 1895 und Alois Riegls »Spätrömische Kunstindustrie« von 1901 sind als berühmte Parallelen zu nennen.

Als Sekretär der kunstgeschichtlichen Abteilung des Preußischen Historischen Instituts in Rom erschloß sich Haseloff in den Jahren ab 1904 ein Forschungsgebiet, das ihn bis in seine Kieler Zeit hinein stark beschäftigen sollte: das der mittelalterlichen Architektur und Skulptur in Süditalien. Nachdem er bereits 1906 eine Monographie über das Kastell von Bari verfaßt hatte, publizierte Haseloff 1920 – im Jahr seines Lehrbeginns in Kiel – eine zusammenfassende Arbeit über »Die Bauten der Hohenstaufen in Unteritalien« (13). Die unter seiner Leitung angelegte, dann aus Rom nach Kiel überführte Photosammlung bildete noch im Jahre 1930 die Grundlage einer gewichtigen Buchpublikation über »Die vorromanische Plastik in Italien« (14). Der Wert dieses Buches beruht vor allem auf der hohen Qualität der Lichtdrucktafeln, während der Text einen eher kursorischen Überblick über die Geschichte der italienischen Plastik von der Spätantike bis zur Jahrtausendwende bietet.

Es ist nicht zu übersehen, daß Haseloffs Publikationstätigkeit in seiner Kieler Zeit deutlich zurückging. Da er sich sowohl der universitären Lehre als auch der Leitung der Kunsthalle mit großer Intensität annahm, fand Haseloff zu größeren Buchpublikationen kaum noch Zeit. Aufgrund seiner ausgeprägten selbstkritischen Haltung fiel es ihm ohnehin immer schwer, eigene Schriften zum Druck freizugeben. Die kleineren Beiträge, die er in den Jahren ab 1920 veröffentlichte, zeigen immerhin eine interessante Verschiebung seiner Interessen hin zur norddeutschen und teilweise auch zur neuzeitlichen Kunst (15). Als eine Art Fazit dieser Lebensphase erscheint Haseloffs 1931 erschienener Aufsatz über die Glasmalereien der Kirche von Breitenfelde im Herzogtum Lauenburg (16). An seine frühen Forschungen anknüpfend, leitet Haseloff die Breitenfelder Fenster von der sächsisch-thüringischen Malerschule her, vermag dann aber auch deutliche Parallelen zu gotländischen Glasmalereien aufzuzeigen. Haseloff verfolgt so, von einem Kunstdenkmal Schleswig-Holsteins ausgehend, die Einflüsse der deutschen auf die skandinavische Kunst des 13. Jahrhunderts, ohne dabei jedoch – wie zu dieser Zeit naheliegend – in das Fahrwasser einer nationalistischen Kunstgeschichtsschreibung zu geraten.

Haseloffs weitreichende wissenschaftliche Beziehungen waren ein erheblicher Gewinn für das Kieler Institut, da er z.B. ab 1926 Kurse mit Vorträgen und Exkursionen in die Toskana und nach Umbrien anbieten konnte. Er förderte für seine Studenten jede Möglichkeit der Auslandsreise, wovon die Erwähnung dieser Fahrten sowie mehrmonatiger Studienaufenthalte in Italien, die oft mit Reisestipendien verbunden waren, ein deutliches Zeugnis ablegt. (17)

Haseloffs Lehrveranstaltungen breiten ein beachtliches Wissensspektrum in Überblicken sowie Vertiefung der Kenntnisse in Spezialseminaren aus. Die Vorlesungen decken sukzessive die Kunstgeschichte vom Mittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert ab, wobei Haseloff seine Veranstaltungen in Kiel mit einer Vorlesung zur Geschichte der deutschen Kunst im Zeitalter des Klassizismus und der Romantik (WS 1920/21) begann, die er vier Jahre später wiederholte. Der mittelalterlichen Kunst, besonders der Gotik, widmete er die nächsten beiden Semester, worauf er sich dann der Renaissance, danach dem 17. und 18. Jahrhundert zuwandte. In der Lehre stellte er neben der Schaffung einer möglichst breiten Basis die Ausbildung der Studenten am nah erreichbaren Denkmälerbestand in den Übungen in den Vordergrund.

Einen weiteren Schwerpunkt stellt – aufgrund seines Engagements in Rom und Florenz – die Vermittlung der italienischen Kunstgeschichte dar, deren breites Spektrum die folgenden Beispiele andeuten: Geschichte der Kunst – Italien vom Ausgang des Altertums bis zur Renaissance (SS 1925), Die Kunstgeschichte Roms vom Ausgang des Altertums bis zur Gegenwart (WS 1926/27), Die großen Meister der italienischen Hochrenaissance (WS 1928/29), Die Kunst des Manierismus und des Barocks in Italien (SS 1931).

Als sicherlich zeitbedingte Verengung ist die vorrangige Behandlung von Themen deutscher Kunstgeschichte ab 1933 zu bewerten: Geschichte der deutschen Kunst im Zeitalter der Gotik (WS 1933/34), Die großen Meister der deutschen Kunst im 15. und 16. Jahrhundert (SS 1934), Die Grundlagen der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts (WS 1934/35), Die Meisterwerke der deutschen Bildhauerkunst des Mittelalters (WS 1934/35).

Vorlesungen und Seminare befassen sich außerdem in Einzelstudien mit den zentralen Figuren der Kunstgeschichte, so beispielsweise mit Michelangelo (WS 1920/21), Albrecht Dürer (SS 1921, WS 1921/22, SS 1924, SS 1926, SS 1928), Rembrandt (WS 1921/22, SS 1925, WS 1929/30).

Anhand von Übungen, die privatissime und gratis abgehalten wurden, erfolgte eine Einführung in Grundprobleme der Kunstwissenschaft (Malerei, Skulptur, Architektur, Ikonographie), sogar das Verhältnis von Kunst und Theater wurde behandelt (WS 1922/23).

Mit Beginn seines Wirkens in Kiel bot Haseloff Übungen – oft mit »Ausflügen« – zur schleswig-holsteinischen Kunst an. Exemplarisch seien genannt: Die Kunst Lübecks (SS 1922), Zur Kunstgeschichte Lübecks und Schleswig-Holsteins (SS 1928), Geschichte der Kunst in Norddeutschland vom Beginn des Mittelalters bis zur Neuzeit (SS 1936), Geschichte der Kunst in Norddeutschland: Gotik und Neuzeit (SS 1937), Kunstgeschichtliche Probleme des Ostseeraumes (SS 1938), Die Kunst der Renaissance und des Barock in Norddeutschland (WS 1938/39). Er selbst veröffentlichte lediglich kleinere Aufsätze mit regionaler Thematik, die sich oft mit dem gegenwärtigen Kunstleben befassen (18).

Auf Haseloffs Anregung gehen infolgedessen eine Reihe von Dissertationen zu schleswig-holsteinischen Themen zurück, so Cornel Wantzen über Claus Midow (1928), Peter Hirschfeld über schleswig-holsteinische Schlösser und Herrensitze im 16. und 17. Jahrhundert (1929), Otto Plambeck über die Wandmalereien im Kreuzgang des Doms zu Schleswig (1929), Karl Storck über den Dithmarscher Bildhauer Johann Hennings im 17. Jahrhundert (1932) und Hertha Höck über die Tierplastik des 12. Jahrhunderts im Herzogtum Schleswig (1931).

Für die Kunsthalle erwies sich Haseloffs Wirken ebenfalls als förderlich. Zunächst stellte sich deren Bestand als inhomogene Sammlung dar, da ihre Entstehung mit vielen Schwierigkeiten verbunden gewesen war. Durch sachkundige Pflege, wissenschaftliche Katalogisierung, Bestimmung der überkommenen Bestände schuf Haseloff ein modern strukturiertes Museum. Moderne Malerei und Plastik sowie ein reges Ausstellungswesen belebten die Kunstsammlung in starkem Maße. Aus dem Nachlaß existiert ein Fotoalbum »Meine Kunsthalle« von etwa 1939, das eine enge persönliche Bindung Haseloffs an diese Institution ausdrückt (in der Kunsthalle befindlich). Die neuen Erwerbungen für die Sammlung sind – soweit sie sich auf die jüngste Kunst bezogen – zu wesentlichen Teilen vernichtet, da diese Ankäufe 1937 der Aktion »Entartete Kunst« zum Opfer fielen. Haseloff stellte Universität und Kunsthalle in lebendige Wechselbeziehung, wahrte aber dennoch die Selbständigkeit beider Institute.

Durch Haseloffs Wirken erfuhr das Kieler Kunsthistorische Institut nicht allein wesentliche Erweiterungen seiner Bestände, sondern es wurden auch neue Forschungsschwerpunkte gesetzt. Von grundlegender Bedeutung ist die bereits erwähnte Eingliederung wesentlicher Teile der kunsthistorischen Bibliothek und Fotosammlung des Preußischen Historischen Instituts in Rom, die anläßlich des Amtsantritts Haseloffs erfolgt war.

Unter seinem Einfluß konnten eine ganze Reihe von Studenten für Forschungen zur schleswig-holsteinischen Kunstgeschichte gewonnen werden. Insofern diese lokal gebundene Forschung – beispielsweise zu den großen Kunstförderern des Landes wie Heinrich Rantzau – nicht auf sich selbst beschränkt blieb, war sie nach Auffassung Haseloffs durchaus sehr fruchtbar zu betreiben. Die Ergebnisse aus den Dissertationen wurden vielfach über Veröffentlichungen in der »Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte« oder in »Nordelbingen« einem weiten Interessentenkreis zugänglich gemacht. Damit leistete Haseloff einen Beitrag zur Anbindung universitärer Forschungsdisziplinen an die Landesforschung, die seit dem frühen 20. Jahrhundert in den Blickpunkt gerückt war. Folglich liegt gerade in der Spannung zwischen Beiträgen zur regionalen Kunstgeschichte einerseits sowie Studien zu »klassischen« italienischen Forschungsthemen andererseits der besondere Charakter des Haseloffschen Wirkens begründet.


Anmerkungen

1) Es sei hier nur auf die wichtigsten Quellen verwiesen: Der in der Universitätsbibliothek Kiel befindliche umfangreiche Nachlaß Haseloffs – immerhin zehn laufende Meter – enthält Vorlesungskonzepte, Vorträge, Aufsätze, Druckschriften, Reise- und Bibliotheksnotizen. Briefe haben sich nur vereinzelt erhalten, da sie nicht mit dem übrigen Material im 2. Weltkrieg ausgelagert wurden (vgl.: Antje Gamst, Der Nachlaß des Kunsthistorikers Arthur Haseloff in der Universitätsbibliothek Kiel, Teil 1, Diplomarbeit (masch.) Hamburg 1965). In der Landesbibliothek befinden sich Materialien zur Kunstgeschichte Schleswig-Holsteins. Eine Bearbeitung der Archivalien hätte jedoch den Rahmen dieser Festschrift gesprengt. Hingewiesen sei auf folgende Würdigungen: Richard Sedlmaier, Professor Dr. Arthur Haseloff zum 70. Geburtstag, in: Kieler Blätter, 1943, S. 57–64; Lilli Martius, Arthur Haseloff zum Gedächtnis, in: Nordelbingen 23/1955, S. 7–20; Hans Kauffmann, Totentafel Arthur Haseloff, in: Kunstchronik 9/1956, S. 111–115; Friedrich Volbehr und Richard Weyl, Professoren und Dozenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665–1954, 4. Auflage Kiel 1956; Max Arnim, Internationale Personalbibliographie, Bd. 3, Stuttgart 1963; Hans-Bernhard Jessen, Arthur Haseloff (1872/1972), in: Die Heimat 79/1972, S. 350–351; Hans Tintelnot, Kunstgeschichte, in: Geschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel 1665–1965, Bd. 5, T. 1: Geschichte der Philosophischen Fakultät, Neumünster 1969, S.163–187, hier: S. 183–185.

2) Nachdem seit 1914 zunächst die Bezeichnung »Kunsthistorisches Seminar« üblich war, bestätigte das Rektorat im Jahr 1929 die Bezeichnung »Kunsthistorisches Institut«, die sich allerdings zuvor schon eingebürgert hatte.

3) Bibliothek und Nachlaß Gerstenbergs am Kunst-historischen Institut der Universität Köln; zu seinem Werk: Friedel Scharioth und Isolde Ragaller-Härth (Bearb.), Bibliographie Kurt Gerstenberg, Verzeichnis der bis zum 1. Juni 1961 erschienenen Schriften, München 1961.

4) Gerstenbergs Schriften umfassen Themen der deutschen, französischen, italienischen und spanischen Kunstgeschichte:Deutsche Sondergotik. Eine Untersuchung über das Wesen der deutschen Baukunst im späten Mittelalter, München 1913; Claude Lorrain und die Typen der idealen Landschaftsmalerei, Berlin 1919; Giovanni Petri Bellori. Die Idee des Künstlers, Berlin 1939; Diego Velazquez, München und Berlin 1957.

5) Gerstenberg wird von folgenden Promovenden Haseloffs als Lehrer genannt: Annemarie Güdesen, Bruno Thomas (erwähnt ausdrücklich die Förderung durch Gerstenberg), Ellen Johanna Redlefsen.

6) Brief Gerstenbergs an den Rektor vom 23. November 1933 (schließt mit Heil Hitler) (Landesarchiv Schleswig, Abt. 47 Nr. 1842; frdl. Mitt. von Dr. habil. Uwe Albrecht).

7) Nordelbingen 20/1952, Arthur Haseloff zum 80. Geburtstag von seinen Freunden und Schülern gewidmet (Günther Haseloff, Peter Hirschfeld, Walter Stephan, Heinrich Schmidt, Fritz Fuglsang, Wolfgang Müller, Ernst Schlee, Harry Schmidt, Alfred Kamphausen, Otto Andrup, Lilli Martius, Rudolf Bülck, Olaf Klose, Ellen Redlefsen, Richard Sedlmaier).

8) Arthur Haseloff, Eine thüringisch-sächsische Malerschule des 13. Jahrhunderts (= Studien zur deutschen Kunstgeschichte Heft 9), Straßburg 1897.

9) Klaus Niehr, Die mitteldeutsche Skulptur der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, Weinheim 1992, S. 1. Der prägende Einfluß Haseloffs auf die spätere Forschung zu diesem Gebiet ist detailliert nachgezeichnet in: Renate Kroos, Sächsische Buchmalerei 1200–1250. Ein Forschungsbericht, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 41/1978, S. 283–316.

10) Arthur Haseloff, Der Psalter Erzbischof Egberts von Trier. Codex Gertrudianus in Cividale, Trier 1901 (in Verbindung mit H. V. Sauerland publiziert).

11) Arthur Haseloff, Les psautiers de Saint Louis (= Mémoires de la Société nationale des Antiquaires de France Bd. 58), Paris 1899.

12) Arthur Haseloff, Codex Purpureus Rossanensis. Die Miniaturen der griechischen Evangelien-Handschrift in Rossano, Berlin – Leipzig 1898.

13) Arthur Haseloff, Das Kastell in Bari, Berlin 1906; Die Bauten der Hohenstaufen in Unteritalien, Leipzig 1920. Zur Plastik: ders., Die Kaiserinnengräber in Andria. Ein Beitrag zur apulischen Kunstgeschichte unter Friedrich II., Rom 1905.

14) Arthur Haseloff, Die vorromanische Plastik in Italien, Florenz 1930.

15) Letzteres zeigt sich etwa in zwei kleineren Schriften über Werke von Georg Friedrich Kersting und Jürgen Ovens, in: Ludwig Roselius (Hrsg.), Deutsche Kunst, Bd. 1/9a (1935) und 2/12 a (1936).

16) Arthur Haseloff, Die Glasmalereien in der Kirche zu Breitenfelde und die deutsch-nordischen künstlerischen Beziehungen im 13. Jahrhundert, Sonderdruck aus: Festgabe Anton Schifferer zum 60. Geburtstag, Breslau 1931.

17) In ihren Lebensläufen drücken Haseloffs Doktoranden vielfach ihre Dankbarkeit für diese in damaliger Zeit bemerkenswerten Gelegenheit aus.

18) Arthur Haseloff, Hans Groß, in: Der Schleswig-Holsteiner 2/1921, S. 116–120; Der Schleswig-Holsteinische Kunstverein und seine Bedeutung für das Kunstleben in Schleswig-Holstein, in: W. Hahn/B. Möllhausen (Hrsg.), Schleswig-Holstein, Berlin 1928, S. 41–46; Die Kieler Kunsthalle, in: Museum der Gegenwart 1/1930, S. 62–70; Die Neuerwerbungen der Kunstsammlungen des Schleswig-Holsteinischen Kunstvereins, in: Schleswig-Holsteinisches Jahrbuch 19/1930/31, S. 71–82; Kiels Stellung im schleswig-holsteinischen Kunstleben, in: Kiel in Wort und Bild im Ostseejahr 1931, Kiel 1931, S. 30f.; Zur Frage des Meisters des Kielmannseck-Epitaphs im Dom zu Schleswig, in: Nordelbingen 12 /1936, S. 102–104;Die Kieler Universität in ihren Beziehungen zu Kunst und Kunstforschung, in: Paul Ritterbusch und Hanns Löhr (Hrsg.), Die Universität Kiel und Schleswig-Holstein, Neumünster (1940), S. 88–93.

 

Termine

Ver/Kleidung in Un/Ordnung, Dress Codes und Körpernormen als Gegenstand ästhetischer Bildung

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Vortrag mit anschließendem Workshop und Diskussionsrunde mit Prof. Dr. Nanna Lüth (Universität der Künste, Berlin) am 21. November 2017 von 16 - 19 Uhr im Kunsthistorischen Institut, Westring 423, Kiel

Nähere Informationen

Der Klick-Modus. Über Bilder sprechen

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Eva Sturm (Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg) am 15. Dezember 2017 von 14 bis 16 Uhr im Audimax, Hörsaal A, CAP2, 24118 Kiel (Im Rahmen des PerLe-Projektes Bild und Sprache – Sprache und Bild)

Nähere Informationen

Exkursion/Übung zu den Ausstellungen im Museum Kunst der Westküste, Alkersum/Föhr

ExkursionVom 16.-19. November 2017. Die Anmeldung erfolgt direkt bei Frau Lemke im Geschäftszimmer mit der Eintragung in die E-Mail-, und Referats-Liste sowie der Zahlung von 80 Euro für die Unterkunft in Ferienwohnungen in Alkersum (Verpflegung und Anreise werden von ihnen selbst organisiert).
Die Anreise bei Bahn oder per Auto bewerkstelligen Sie bitte selbst. Per Bahn 16.11. Kiel Anfahrt 8.03 Uhr – Wyk Ankunft 11.50 Uhr/ 19.11. Wyk Abfahrt 13.20 Uhr – Kiel Ankunft 16.57 Uhr. Weitere Informationen finden die im UnivIS.

Bild und Sprache - Sprache und Bild

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee
 
Save the Date: 26.01.2018 - 9.30 Uhr - 16.00 Uhr
Nähere Informationen folgen in Kürze.

"Hildesheim. Objekte und Eliten vom 11. bis zum 13. Jahrhundert."

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Es sind noch zwei Plätze frei!

Die Exkursion findet von Montag 16. bis zum 20. Oktober 2017 statt.
Anmeldungen  werden im Geschäftszimmer angenommen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Veranstaltungshinweis für das Wintersemester

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Die Veranstaltungen von Herrn Lange beginnen krankheitsbedingt später im Semester. Das genaue Datum wird hier und per Aushang bekanntgegeben.

Freie Plätze im Hauptseminar

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Im Hauptseminar "Das Bildnis in der deutschen Malerei des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts" von Prof. Dr. Jobst sind noch Plätze frei. Anmeldungen bitte per E-Mail an jobst@kunstgeschichte.uni-kiel.de

Das Proseminar "Stillebenmalerei" ist vorläufig belegt.

Freie Plätze im Proseminar

studien info
Im Proseminar " Fassungslos!? Zum Phänomen ungefasster/holzsichtiger/nichtpolychromierter Skulptur Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts (B1; KG-B1)" von Dr. von Ditfurth sind noch Plätze frei. Anmeldungen bitte per E-Mail an vonditfurth@kunstgeschichte.uni-kiel.de

Öffnungszeiten der Fachbiliothek in der vorlesungsfreien Zeit

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Verkürzte Öffnungszeiten der Fachbibliothek Kunstgeschichte
31. Juli bis 13. Oktober 2017
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Ab dem 16.10. gelten wieder die regulären Öffnungszeiten der Bibliothek.