Universitätssiegel

plansiegelsiegel1siegel2

Datierung 1665 / z. B. im Audimax

Es ist allgegenwärtig und ziert Universitätsflyer, die Internetpräsenz, jeden Artikel aus dem CAU-Merchandise – und einmal hängt es auch in Form einer steinernen Spolie im Treppenaufgang des Audimax: Das Siegel der Christian-Albrechts-Universität vom Campus nicht wegzudenken. Doch kaum einer kennt die lange Geschichte, die hinter dem Markenzeichen steckt.

Die erste Version befand sich auf einer hölzernen Schatulle, in der die Gründungsurkunde der Universität bewahrt wurde. Das Siegel trägt den Hinweis auf das Gründungsjahr der CAU 1665 und zeigt eine Friedensfigur mit den Attributen des Palmzweigs in der rechten Hand und einem Füllhorn mit Ähren und dem holsteinischen Nesselblatt als Wappen inklusive der Initialen Christian Albrechts darauf in der linken. Im Laufe der Zeit hat sich die Darstellung der Personifikation verändert, jedoch lautet die Umschrift stets: Sigillum Academiae Holsatorum Chiloniensis (Siegel der Holsteinischen Universität zu Kiel).

Die ergänzende Inschrift Pax optima rerum (Der Frieden ist das höchste Gut) ist ein Zitat aus einem Gedicht über den zweiten Punischen Krieg. Dieses Motto begleitet die CAU seit ihrer Gründung und verweist auf die Hoffnung, dass Wissenschaft zu einem dauerhaften Frieden beitragen kann. Für viele beinhaltet diese Formel inzwischen aber auch den Aufruf, Forschung und Lehre an der CAU ausschließlich in den Dienst ziviler und friedlicher Zwecke zu stellen. Sie fordern daher nicht nur eine stärkere Transparenz über die Zusammenarbeit mit Dritten, sondern auch die dezidierte Abgrenzung von militärischer Nutzbarmachung der hier gewonnenen Daten und Erkenntnisse durch eine ‚Zivilklausel‘.

Autorin
Lupita Quintana Böhnke

 

Literatur

Drees, Jan: Vom Gottorfer Friedensfest zum Kieler Universitätssiegel. Ausgewählte Beispiele der emblematischen Bildwelt am Hof der Gottorfer Herzöge, in: Christiana Albertina 79 (2014), S. 25-60.

Müller, Wolfgang J.: Emblematik des Barock im Kieler Universitätssiegel, in: Nordelbingen 35 (1966), S. 65-78.

Bildnachweis
Jürgen Haacks / Uni Kiel