Stele

Datierung 1979 / Olshausenstraße 62

Zwischen dem im studentischen Sprachgebrauch üblichen ‚oben‘ und ‚unten‘ des Kieler Campus-Geländes liegt auf halber Strecke der Olshausenstraße das Gebäude des Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften & Mathematik (IPN). In großer Betriebsamkeit bewegt sich das universitäre Leben an der vor dem funktional-schlichten Gebäude aufragenden Keramik-Stele des schleswig-holsteinischen Künstlers Hermann Stehr (1937-1993) vorbei. Den wie organisch gewachsen robusten, vegetabil anmutenden Schaft, aus vier keramischen Säulentrommeln zusammengesetzt, bekrönt ein großes Scheibenelement, welches von bunten geometrischen Objekten, Streifen in leuchtendem Blau und goldgelben Halbkugeln vertikal gegliedert wird. Das Aussehen der umstehenden Birkenstämme korrespondiert mit dem Stiel dieser Wegmarke, die farbigen geometrischen Figuren als Bekrönung haben Signalwirkung und abstrahieren zugleich die pflanzlichen Formen der Umgebung – Assoziationen zu einem Gesicht, zu einer stilisierten Blüte und den Stelen der Antike tauchen auf. Bereits ein Jahr nach Errichtung der Stele diente sie als Inspiration für das bis heute genutzte IPN-Logo in Form eines in der Mitte von drei parallel verlaufenden Linien geschnittenen Kreises.

Autorin
Almut Rix

 

Literatur

Rönnau, Jens: Open Air Galerie Kiel. Kunst und Denkmäler, Neumünster 2011, S. 240.

Lobe, Stefan: Wirkungsgeschichte Hermann Stehrs und seines Werkes, Diss. Köln 1976.

www.sh-kunst.de/hermann-stehr-stele/ [28.09.2017].

Bildnachweis
Jürgen Haacks / Uni Kiel