Das Audimax

Baujahr 1969 / Christian-Albrechts-Platz 2

Ob als Trias Forschung-Lehre-Bildung am Portikus oder in Gestaltung der Unikirche, die Drei spielt eine wichtige Rolle auf dem oberen Campus. Das Audimax reiht sich hier ein und dekliniert alle möglichen Arten der Verwendung von Dreiecken durch. In Grund- und Aufriss addieren sich viele dieser Formen zu größeren geometrischen Strukturen. Deren Gesamtheit bildet einem Diamanten aus. Überraschend wird die Konstruktion gerade im Detail. Der formalistische Grundgedanke zieht sich durch das ganze Gebäude, zu sehen u. a. in den dreieckigen Treppenprofilen. Ursprünglich folgten auch die Türknäufe, die Beleuchtungskörper und die Bestuhlung des Foyers diesem Prinzip. Um den Brandschutzbedingungen gerecht zu werden mussten 2008 jedoch einige dieser Elemente verändert werden.

Nichts desto trotz hat der Planer Wilhelm Nevelig mit dem Audimax etwas geschaffen, das mehr ist als einfach nur ein Hörsaalgebäude: Eine begeh- und erlebbare Bauskulptur, die als Gesamtkunstwerk zum modernen Stadtbild Kiels beiträgt.

Autorin
Lisei Ziesmer

 

Literatur

Eppinger, Lena: Das Neue Forum und seine Bauten, in: Universität als Denkmal. Der Campus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, hg. v. Astrid Hansen und Nils Meyer, (= Beiträge zur Denkmalpflege in Schleswig-Holstein, Bd. 1), Kiel 2011, S. 88-118.

Hansen, Astrid / Müller, Bastian: Die bauliche Entwicklung im Kontext des westdeutschen Hochschulbaus, in: Universität als Denkmal. Der Campus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, hg. v. Astrid Hansen und Nils Meyer, (= Beiträge zur Denkmalpflege in Schleswig-Holstein, Bd. 1), Kiel 2011, S. 41-62.

Minta, Anna / Matthies, Jörg: Die architektonische Entwicklung der Universität Kiel nach 1945. Vom umgenutzten Industriequartier zum modernen Universitätsforum, in: Architektur für Forschung und Lehre. Universität als Bauaufgabe, hg. v. Klaus Gereon Beuckers, (= Kieler Kunsthistorische Schriften N.F., Bd. 1), Kiel 2010, S. 355-386.

Bildnachweis
Jürgen Haacks / Uni Kiel