Kompetenzzentrum für Kunstpädagogik

Das Kunsthistorische Institut verfügt mit seiner über 100-jährigen Erfahrung in der Ausbildung von Kunstlehrern, die seit 1980 in enger Kooperation mit der Muthesius Kunsthochschule stattfindet, über eine ungewöhnliche und in Schleswig-Holstein einzigartige Qualifikation für die Kunstlehrerausbildung.

Das Lehramtsfach Kunst ist in besonderer Weise durch die enge Verzahnung der gleichwertigen Bereiche der Fachwissenschaft Kunstgeschichte/Kunsttheorie, der Kunstpraxis sowie der Kunstdidaktik gekennzeichnet. Im 2015 gegründeten Kompetenzzentrum für Kunstpädagogik werden die Aktivitäten der Lehramtsausbildung im Fach Kunst sowie weiterer kunstpädagogischer Tätigkeitsfelder zusammengeführt und weiterentwickelt. Durch eine enge Abstimmung und Verzahnung des Lehrangebots, die gezielte Rückbindung an die Schulpraxis sowie die Nutzung des außeruniversitären Kunstangebots in der Stadt und der Region können im Kompetenzzentrum vielfältige Synergieeffekte genutzt und für eine Reflektion kunstpädagogischer Fragestellungen fruchtbar gemacht werden.

Das Kompetenzzentrum bildet die gemeinsame Plattform, die den Erfahrungsaustausch bereits existierender Kooperationen mit universitären und außerschulischen Partnern unterstützt, neue Kooperationen anregt, Raum für Qualitätssicherung und Austausch, Vorträge und Tagungen, bietet. Es ermöglicht fachübergreifende Zusammenarbeit an gemeinsamen Themen und dient den Schulen als zentraler Ansprechpartner.

Kunstdidaktik am Kunsthistorischen Institut

Die Ausbildung von Lehrern und Kunstdidakten hat am Kunsthistorischen Institut in Kiel eine lange Tradition. Schon der erste Inhaber der Professur, Prof. Dr. Adelbert Matthaei, beteiligte sich 1895 mit einer umfangreichen, sowohl programmatischen als auch praktisch orientierten Schrift an der Diskussion um die gerade in Deutschland neu eingeführte Ausbildung von Kunstlehrern. Die neue Verbindung von kunsthistorischer und kunstdidaktischer Lehre war dabei Konzept.

Im Rahmen der Differenzierung der Lehrerausbildung für die Sekundarstufen wurde 1959 in Kiel der Ruf nach einer spezifischen Lehrerausbildung für das Gymnasium laut. 1969 nahm sich die CAU dieses Problems an und schuf durch eine Öffnung des Kunsthistorischen Instituts die Grundlagen für eine Einbeziehung von Lehramtsstudenten in das Fachstudium. Die große Nachfrage seitens der Studierenden bezeugt den großen Erfolg dieses Modells, in das damals die universitätsnah an der Olshausenstraße angeordnete Pädagogische Hochschule einbezogen war. 1979 richtete die CAU einen eigenen Studiengang für das gymnasiale Lehramt Kunst am Kunsthistorischen Institut ein und schuf dafür eine eigene Professur. Die Ausbildung wurde in einer Kooperation mit der damals noch einen Teil der Fachhochschule bildenden Muthesius-Kunstschule eingerichtet, wo die Studierenden Einblicke in die Kunstpraxis erhielten. Als 2001 die ehemals an der Pädagogischen Hochschule beheimatete Kunstlehrerausbildung für die Sekundarstufe I in das Kunsthistorische Institut als Abteilung "Kunst und ihre Didaktik" integriert wurde, waren alle Ausbildungsstränge für das Lehramt Kunst in einem Haus vereinigt.

Die positive Zusammenarbeit zwischen dem Kunsthistorischen Institut und der Muthesius Kunstschule setzte sich auch nach der Aufwertung zur Kunsthochschule 2005, für die die Einbindung der Lehrämtler ein wichtiges Argument war, fort. Zwar veranlassten politische Strukturentscheidungen die Auflösung der Abteilung "Kunst und ihre Didaktik" zugunsten einer Ausbildung in Flensburg und auch die eigentlich für das Lehramt gedachte Professur wurde 2003 nicht neu besetzt, aber die Bedeutung des Lehramtsstudiums wurde durch die Bindung an den Lehrstuhl für Kunstgeschichte weiter unterstrichen. Dabei geht es heute wie zu früheren Zeiten nicht nur um eine solide und möglichst umfassende Ausbildung der Lehramtsstudierenden in den Bereichen der Kunstgeschichte und Kunsttheorie von der Antike bis zur aktuellen Kunst, sondern immer auch um eine methodische Diskussion um Lehrinhalte und Lehrformate, die sowohl kunstpädagogische als auch kunstdidaktische Aspekte berücksichtigt, reflektiert und entwirft.

2016 wurde dazu am Kunsthistorischen Institut das "Kompetenzzentrum für Kunstpädagogik" gegründet, das die Lehraktivitäten sowohl für das Lehramt als auch für außerschulische Lernorte und Kunstvermittlung einschließlich der Museumsdidaktik bündelt und inhaltlich reflektiert. Dafür werden Tagungen, Podiendiskussionen, Vorträge und Workshops verschiedener Art veranstaltet, die sich auch unabhängig von konkreten Lehrangeboten über Methoden und Fragestellungen der Kunstpädagogik widmen und so Wege in die Zukunft weisen.

In das Kompetenzzentrum sind folgende Lehrende aus dem Kunsthistorischen Institut eingebunden:

(1) Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers (Kunstgeschichte)
(2) Martina Ide (Kunstdidaktik)
(3) Friederike Rückert (Kunstdidaktik)
(4) Hon.-Prof. Dr. Ingrid Höpel (Kunstgeschichte, Kunstpädagogik)
(5) Peter-Sebastian Lange (Kunst und ihre Techniken)