Die Anfänge des Instituts, das auf Wurzeln bereits im 18. Jahrhundert zurückgeht, bildete 1883 die Ernennung von Adelbert Matthaei zum Universitätszeichenlehrer und Professor für Kunstgeschichte. Mit der Berufung von Carl Neumann 1904 zum Ordinarius wurde die Tradition des Zeichenlehrers aufgegeben. Neumann hatte sich als Rembrandt-Forscher profiliert, deckte aber ein weit größeres Themenfeld in Forschung und Lehre ab. Unter ihm erfolgte der Bau der Kunsthalle an der Kieler Förde. Ihm folgte 1912 in Georg Graf Vitzthum von Eckstädt ein Buchmalerei-Spezialist, wie nach ihm 1920 ebenso in Arthur Haseloff. Haseloff widmete sich von Kiel aus jedoch verstärkt der staufischen Architektur und Skulptur in Süditalien. Er hat das Institut bis zu seinem Tod 1955 stark geprägt.

In die Amtszeit von Richard Sedlmaier (1939-58) fielen die Zerstörung und der Wiederaufbau des Instituts mit deutlich steigenden Studierendenzahlen. Ihm folgte 1959 Hans Tintelnot bis zu seiner krankheitsbedingten, vorzeitigen Emeritierung 1967, unter dem eine methodische Neuorientierung des Instituts stattfand. In dieser Zeit wurde 1962 für Wolfgang J. Müller, der seit 1946 als Assistent in Kiel war, eine zweite Professur eingerichtet, die er bis 1979 innehatte und in der er bis 1992 lehrte. Seine Schwerpunkte der Druckgrafik und Emblematik sowie der Kunst Norddeutschlands bestimmten das Institut in diesen Jahrzehnten. Unter Erich Hubala, der 1969 bis 1974 den Kieler Lehrstuhl besetzte und das Institut grundlegend neu strukturieren musste, wurde 1971 die Kunsthalle ausgegliedert und erhielt mit Jens Christian Jenssen einen eigenen Leiter.

Auf Hubala folgte Reiner Haussherr (bis 1981), der das Institut an seinen heutigen Standort in das Gebäude am Westring führte. Durch die Berufung von Dethard von Winterfeld auf die zweite Professur (1980-84) und Eberhard König sowie danach Uwe Albrecht auf die Assistenz hatte das Institut wieder einen dezidiert mittelalterlichen Themenschwerpunkt erhalten, mit dem man sich auf die Tradition unter Matthaei, Vitzhum und Haseloff berufen konnte. Nach dem Weggang von Haussherr und König nach Berlin sowie von Winterfelds nach Mainz endete diese Phase jedoch vorübergehend wieder. Die folgende Generation wurde dann, ganz der damaligen Mode nach, von der Kunstgeschichte der italienisch geprägten Neuzeit bestimmt. Die ordentliche Professur von Haussherr übernahm mit Frank Büttner (bis 1994) ein ausgewiesener Italianist. Auf der zweiten Professur stand ihm mit Adrian von Buttlar (1985-2001) ein Architekturforscher zur Seite stand, der sich in Kiel insbesondere Gärten und Gutshöfen des Klassizismus und des 19. Jahrhunderts sowie bereits der Architektur im 20. Jahrhundert widmete. Zudem wurde – wegen der stark angewachsenen Studierendenzahlen und auch für die Ausbildung für das gymnasiale Lehramt – eine zweite ordentliche Professur eingerichtet, die in Lars Olof Larsson (1980-2003) durch einen Spezialisten für den Manierismus besetzt wurde. 2001 integrierte das Institut mit der Abteilung „Kunst und ihre Didaktik“ unter Barbara Tucholski auch das Lehramt für die Sekundarstufe I (bis 2012).

Mit der Ernennung von Uwe Albrecht 1995 zum außerplanmäßigen Professor und der Berufung von Ulrich Kuder 1996 auf die ordentliche Professur trat das Mittelalter wieder stärker in den Fokus, was nach der Streichung der Professur von Larsson 2003 besonders ins Gewicht fiel. Mit der Berufung von Sigrid Hofer 2003 auf die zweite Professur sollten Forschung und Lehre zur Kunst des 20. Jahrhunderts gestärkt werden, jedoch wurde dies durch ihren schnellen Weggang nach Marburg obsolet. An ihrer Statt wurde 2004 mit Christoph Jobst ein Italianist auf die zweite Professur berufen, der vor allem die Lehre zur Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung Italiens und seiner Nachfolge vertritt. Das Mittelalter und die Zeitgenössische Kunst wurden 2008 durch die Berufung von Klaus Gereon Beuckers auf den Lehrstuhl gestärkt und bilden heute die Schwerpunkte des Instituts in Forschung und Lehre.


Zur Geschichte des Institutes vgl. unter anderem:

Hans-Dieter Nägelke (Red.): 1893 - 1993 Kunstgeschichte in Kiel. 100 Jahre Kunsthistorisches Institut der Christian-Albrechts-Universität, Kiel 2004.

Ulrich Kuder: Arthur Haseloff - "qui vexilla eruditionis Germanicae protulit", in: Christiana Albertina 69 (2009), S. 45-52.


Ulrich Kuder: Das Kunsthistorische Institut der Christian-Albrechts-Universität im Nationalsozialismus, in: Wissen an der Grenze. Die Universität Kiel im Nationalsozialismus, hg. v. Chistoph Cornelißen und Carsten Mish (Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Bd. 86), Essen 2010, S. 253-276.

Klaus Gereon Beuckers: Das Kunsthistorische Institut der Christian-Albrechts-Universität zwischen Zweitem Weltkrieg und Neuausrichtung (1945-1974), in: Geschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nach dem Zweiten Weltkrieg, hg. v. Christoph Cornelißen, Essen 2013 (im Druck).

 

Termine

Begrüßung der Studierenden durch die Lehrenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kunsthistorischen Instituts

Zwei Studenten und eine Tasse KaffeeTermin: Dienstag, 17. Oktober 2017, 14.15 Uhr Ort: Christian-Albrechts-Platz 2, Audimax, Hörsaal A
Die Orientierungsveranstaltung ist für Studierende der Kunstgeschichte (Bachelor und Master) obligatorisch. Lehramtsstudierende des Faches Kunst sind herzlich eingeladen.
Weitere Hinweise für Studierende der Studiengänge Kunstgeschichte (Bachelor / Master) und Kunst (Bachelor / Master) finden Sie hier.

Übergabe des Gemäldes Waldweiher von Vasilij Polenov

Termin
Die Kunsthalle zu Kiel forscht, ob sich in ihrer Sammlung Werke befinden, die während des Nationalsozialismus beschlagnahmt wurden. Ein solcher Fall konnte nun aufgedeckt werden.
Am 26.09.2017, um 18Uhr  wird das Gemälde Waldweiher (1881), in einer öffentlichen Veranstaltung dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben. Weitere Informationen finden Sie hier.

Geniale Künstler vs. malende Mädchen? – Genderaspekte in Kunst und Kunstpädagogik

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Nanna Lüth (Universität der Künste, Berlin) und anschließender Workshop am 21. November 2017 von 16 bis 20 Uhr im Kunsthistorischen Institut, Westring 423, Kiel

Nähere Informationen

Der Klick-Modus. Über Bilder sprechen

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Eva Sturm (Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg) am 15. Dezember 2017 von 14 bis 16 Uhr im Audimax, Hörsaal A, CAP2, 24118 Kiel (Im Rahmen des PerLe-Projektes Bild und Sprache – Sprache und Bild)

Nähere Informationen

Exkursion/Übung zu den Ausstellungen im Museum Kunst der Westküste, Alkersum/Föhr

ExkursionVom 16.-19. November 2017. Die Anmeldung erfolgt direkt bei Frau Lemke im Geschäftszimmer mit der Eintragung in die E-Mail-, und Referats-Liste sowie der Zahlung von 80 Euro für die Unterkunft in Ferienwohnungen in Alkersum (Verpflegung und Anreise werden von ihnen selbst organisiert).
Die Anreise bei Bahn oder per Auto bewerkstelligen Sie bitte selbst. Per Bahn 16.11. Kiel Anfahrt 8.03 Uhr – Wyk Ankunft 11.50 Uhr/ 19.11. Wyk Abfahrt 13.20 Uhr – Kiel Ankunft 16.57 Uhr. Weitere Informationen finden die im UnivIS.

Bild und Sprache - Sprache und Bild

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee
 
Save the Date: 26.01.2018 - 9.30 Uhr - 16.00 Uhr
Nähere Informationen folgen in Kürze.

"Hildesheim. Objekte und Eliten vom 11. bis zum 13. Jahrhundert."

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Es sind noch zwei Plätze frei!

Die Exkursion findet von Montag 16. bis zum 20. Oktober 2017 statt.
Anmeldungen  werden im Geschäftszimmer angenommen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Freie Plätze im Hauptseminar

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Im Hauptseminar "Das Bildnis in der deutschen Malerei des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts" von Prof. Dr. Jobst sind noch Plätze frei. Anmeldungen bitte per E-Mail an jobst@kunstgeschichte.uni-kiel.de

Das Proseminar "Stillebenmalerei" ist vorläufig belegt.

Öffnungszeiten der Fachbiliothek in der vorlesungsfreien Zeit

info

Verkürzte Öffnungszeiten der Fachbibliothek Kunstgeschichte
31. Juli bis 13. Oktober 2017
Montag bis Freitag: 10:00 bis 14:00 Uhr
Ab dem 16.10. gelten wieder die regulären Öffnungszeiten der Bibliothek.